Pierre Sonality

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Blaulichtgewitter im Rückspiegel des Cabriolets, den Piffi lässig hinter’s Ohr geklemmt: Zwischen Palmen und Hochhäusern lädt Rapper und Produzent Pierre Sonality zum Hoodwalk ein. Mit „Miami 420“ liefert der Magdeburger eine LP, die es schafft, leicht zu sein, ohne dabei Komplexität einzubüßen – ungewöhnlich melodiös und harmonisch, aber auch brechend mit musikalischen Mustern und Themen zeigt sich Sonality für Beats und Texte seines dritten Solo-Albums verantwortlich. Es ist ein Kontrast zum bisherigen Schaffen des Funkverteidigers, und doch die logische Fortsetzung seiner künstlerischen Reise. Denn Pierre Sonality hat Deutschrap im vergangenen Jahr ein unübersehbares Tag hinterlassen. Aus dem Schoße des eigenen Labels „Muther Manufaktur“ und in Zusammenarbeit mit Dennis aus Europa präsentiert der „Bördekreislover“ zwölf brandneue Songs, geprägt vom Vibe der amerikanischen Metropole.

Release Date: 26. Januar 2018

Label: Muther Manufaktur / HHV

Format: Vinyl, CD, Tape, digital

 

 

 

Videos (2016 – 2017)

 

 

Die Magdeburg Trilogie ( Release Dez.2014)

10548299_10202449531149632_6475686960824554872_o„Magdeburg“ ist da! Vor zwei Jahren wurde der Longplayer von Rapper Pierre Sonality erstmalig angekündigt – und ist nun zur Trilogie herangewachsen. Seit Oktober 2014 gibts die „Magdeburg“-Reihe, die die EPs „Fundament“ (VÖ 10.10.2014) und „Olvenstedt“ (VÖ 07.11.2014) sowie das Album „Magdeburg“ (VÖ 05.12.2014) umfasst, auf Vinyl, CD, Tape und als Download. Unterstützung in Form von Gastauftritten hat sich der Funkverteidiger-Frontmann von Dudley Perkins, Georgia Anne Muldrow, Flowin Immo, Damion Davis, Hiob, Shivv von DCS und vielen weiteren geholt. Die Beats entstammen ausschließlich der eigenen Produktion, lediglich drei Remixe stammen von Suff Daddy, Dexter und Figub Brazlevic.

Schon die ersten Töne auf »Olvenstedt« erweitern das Soundspektrum nachhaltig. »Meine Freunde sagen« ist von ungewohnt clean schimmernden, synthetischen Keys getragener Westküsten-Funk, rollender Slow-Motion-Boogie, der im Verlauf der 10 Songs immer wieder an die Oberfläche perlt. Seite an Seite mit verspielten Konzepten über Saurier und obskure Spielkonsolen durchzieht »Olvenstedt« eine leichtere Stimmung mit dem Rücken im Gras und dem Kopf – zumindest temporär – in den Wolken.

Das Album »Magdeburg« vereint diese Seiten, das Ernste und das Verspielte, das Staubige, den neuen Glanz, und ja, sogar Gesang. »Magdeburg« stellt sie gegenüber, vermittelt und treibt sie auf die Spitze, erkundet neues Territorium ohne Berührungsangst und vermittelt damit immer wieder eins: Freiheit. Nicht die plakative Freiheit in Fernsehfilm-Farben, nein, diese unaufgeregte Freiheit kommt aus der tiefen Sicherheit, dem Selbstbewusstsein des Künstlers, das Pierre Sonality viel gelassener klingen lässt als zuvor.

Dabei geht »Magdeburg« mit dem namensgebenden Bezug zu Heimat und Jugend angenehm unprätentiös um. »Magdeburg« ist eine unsentimentale Coming-of-Age-Geschichte und im besten Sinn erwachsen, ohne altklug daherzureden. Pierre Sonality bezieht sich auf Orte und Stimmungen von früher, hängt ihnen aber nie lange sehnsüchtig nach, weil hier alles seinen Platz findet, Vergangenes und Vergängliches. Es spricht für seine umfassende Vision als Produzent, wie er so unterschiedliche Charaktere wie Flowinimmo, Schivv (DCS), Spax, Dudley Perkins und natürlich seine Weggefährten aus dem erweiterten Funkverteidiger-Camp ganz organisch Teile dieser Geschichte erzählen lässt.

Es gibt zwei grundverschiedene Arten, sich als Subjekt innerhalb eines Wertesystems zu positionieren: pro oder contra. Entweder definiert man sich über Negativbeispiele, von denen man sich ausdrücklich abgrenzen will. Oder man blickt in die andere Richtung und erklärt, was man gut findet, wofür man steht. Mit »Magdeburg«, einem durchweg positiven Album, werden wir Zeuge, wie Pierre Sonality genau diese Wandlung vollzieht. Der Standpunkt ist derselbe, geändert hat sich nur die Perspektive. Pierre Sonality hat die Defensive verlassen.

Möge Marcus B in Frieden ruhen.

Text: Ralf Theil

Videos

Pierre Sonality – Irgendwo (Video by: Jim Gramming)

Pierre Sonality feat. Hiob & The Finn – Fundament (Video by: Lena Allgeier, Kamera: Jim Gramming)

Pierre Sonality feat. Neo Kaliske – Das war ein schöner Tag (Video by: Lena Allgeier; Kamera: Jim Gramming)

Pierre Sonality feat. Sonne Ra – Kiffhigh (Video by: Lena Allgeier)

Hiob feat. Pierre Sonality – Aberwitz (Video by: Lukutz – LKZ Visuals)